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Czok

Die Spieler des HSV Hannover tollten nach dem Abpfiff des Derbys gegen Eintracht Hildesheim völlig aufgedreht über das Feld und ließen sich von den Fans feiern. Sebastian Czok hatte die Fans in Ekstase versetzt, als er fünf Sekunden vor dem Ende zum 27:26 (14:10)-Sieg traf.

„Den letzten Spielzug haben wir angesagt“, feixte Czok. Kurz vorher hatte Trainer Stephan Lux die Auszeit genommen. Der Plan ging auf. Maxi Forst bediente Czok und der blieb im Gegensatz zur Atmosphäre auf den Rängen eiskalt. Vier Minuten vorher jubelte der Gästeblock, denn in einer irren Aufholjagd hatte Hildesheim die Partie zum 24:23 gedreht. Doch der HSV schlug zurück. Thiemo Labitzke feuerte die Kugel zum 24:24 in den Winkel und der überragende Götz Heuer im Tor verhinderte den erneuten Rückstand. Die Spannung war kaum zu ertragen. 

 

Erneut Labitzke traf zum 26:25 (60.) und als Heuer den Wurf von René Grzuska um den Pfosten drehte, schienen die beiden Punkte im Sack. Doch die Schiedsrichter gaben Siebenmeter. Wieder war Heuer dran, konnte aber das 26:26 nicht verhindern.

Die letzte Antwort hatte dann der HSV, der die Begegnung früher hätte entscheiden können. Mit einer aggressiven Abwehr dominierten die Anderter, vergaben aber allein in der ersten Viertelstunde vier Topchancen. Ausgerechnet als Philip Müller auf der Strafbank saß, zog der HSV davon. Die Abwehr gab zwei Anspiele auf Nikolaos Tzoufras am Kreis ab und Hendrik Benckendorf sowie Lukas Quedenbaum trafen zum 10:8 (20.). Als Benckendorf auf 18:12 (38.) erhöhte, räumte Eintracht-Keeper Jakub Lefan seinen Platz. 

 

Das Spiel wurde jetzt immer wilder und jede Szene war umkämpft. Als die Schiedsrichter nach einem Ballgewinn von Benckendorf auf zwei Minuten und Siebenmeter entschieden, den Hildesheim zum 23:23 (55.) nutzte, gab es „Schieber, Schieber“-Rufe. Ein bitteres Gegentor, das der HSV ebenso wie den folgenden Rückstand wegsteckte.

 

Stimmen zum Spiel:
Stephan Lux (Trainer HSV): „Es ist eine Qualität, dass die Mannschaft Charakter hat. Wir dominieren die erste Hälfte und müssen höher führen. Der Torwartwechsel ist uns nicht bekommen. Aber über 60 Minuten waren wir die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen.“

Sascha Muscheiko (Kreisläufer HSV): „Ich bin heute zehn Jahre älter geworden. In der zweiten Halbzeit ist es nicht einfach. Hildesheim stellt um und dann kommen auch deren Fans. Trotzdem zu gewinnen, ist stark.“

Götz Heuer (Torhüter HSV): „Einfach stark von uns. Letztes Jahr hätten wir das nicht gewonnen.“

Jürgen Bätjer (Trainer Hildesheim): „Glückwunsch an Anderten. Man möchte die Aufholjagd belohnt sehen. Es ist aber nicht die letzte Aktion, warum wir verlieren. Wir haben in der zweiten Halbzeit 15 Minuten Dampf. Ich kann mir nicht erklären, warum wir so gehemmt spielen. In der ersten Halbzeit sind wir nicht on fire.“

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